Malen wie Alte Meister*innen

Altmeisterliche Gemälde haben sehr gute handwerkliche Grundlagen.

So ist die Leinwand nicht einfach nur eine Leinwand, wie wir Sie aus dem Fachhandel kennen, das geht hier gar nicht. Denn die Leinwand wurde selbst auf den Holzrahmen aufgezogen. sie besteht aus sehr gutem Segeltuchleinen oder sehr guter Baumwolle.

Darauf kommt ein Kreidegrund nach alter Rezeptur.


Das Motiv wird ohne Technik frei Hand übertragen. Es gibt eine Methode, die der Rasterung mit Bindfäden (zuvor mit Proportionsabgleich).


Es folgt eine Kohle- oder Bleistift-Umrisszeichnung. Eine Vorzeichnung, ohne Schraffuren.


Erst danach werden die Bindfäden entfernt. Und es folgt die Fixierung mit einem Fixativ für Bleistift- und Kohle.


Nun folgt mit den ersten ausgewählten Farbtönen, zum Beispiel mit verdünnten Ölfarben, die Tönung. Diese ist so, dass noch die Bleistift- oder Kohlezeichnung hindurch scheint. Also wie eine Lasurmalerei.


Danach kommt die Modulation mit Kohle darüber und wieder eine Fixierung mit einem Kohlefixativ.


Nun folgen weitere Farben, in der Modulation und die Hell-Dunkel-Farbwert-Malerei.

Damit ist dann die Bleistift- oder Kohlevorzeichnung nunmehr nicht mehr sichtbar.

Hier spricht man von der Tonwert-Malerei.


Im nächsten Schritt erfolgt die Imprimatur, sehr verdünnt.

Und auch die Weißhöhung und diese in lavierender Malweise, mit allen Weiß-Abstufungen.


Abschließend erfolgt die eigentliche Malerei, solange bis das Bild im auge der Künstlerin oder des Künstlers selbst vollendet ist.


Ölbilder werden mindestens 9 Monate lang trocknen gelassen, denn erst dann sind diese wirklich zu 100% trocken - manche erst nach 1 Jahr! Erst dann darf eine Abschlussfirnis darauf, sie darf drauf, muss aber nicht. Doch sie gibt dem Meisterstück einen Schutz.


Altmeisterliche Bildmotive sind oft auch Portraits und Figurenstücke, Caféhausstücke (welche so in der Jahrhundertwende aufkamen), Genreszenen (im 17. Jh und auch nach der Französischen Revolution, in Deutschland auch anfang des 18.Jh und bis zur 2.Hälfte des 19.Jh, vor allem sehr beliebt gewesen und aufkommend - allgemein menschliche Alltags-Szenen) sowie auch die Arbeiter*innenbilder (zum Beispiel malte Caillebotte hervorragende Arbeiterbilder in den 20er Jahren und er hatte einen Blick für die Menschen, welche fleißig alles am Laufen halten, Werkarbeiter*innen ende des 19 Jh. würdigte er in seinen Bildmotiven).


Auch ich hatte diese altmeisterliche Verfahrenstechnik studiert und praktiziert und manche meiner Ölbilder sind so entstanden. Es braucht sehr viel Hingabe, Zeit und Aufwand. Diese Werke sind daher schier unbezahlbar und sie überdauern Jahrhunderte, wenn sie sehr gut und mit sehr gutem Malgrund und Farben hergestellt worden sind.


Da Laien dies oft nicht wissen und somit auch unwissend nicht genug wertschätzen können, so kann dieser Artikel auch dazu beitragen diese altmeisterliche Kunst wieder

hervorzuheben und wertzuschätzen.


12.05.2022, Monika Waldkirch


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Mohnblume im Mai 2011 I Künstlerin Monika Waldkirch I Unikat Öl auf Leinwand I hochwertig selbst erstellter Malgrund (mit Kreidegrund) und hochwertige altmeisterliche Maltechnik sowie hochwertige Ölfarben I Privatbesitz (in Hessen)


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